Die Stadt Werder (Havel) mit ihrer Weinbergslage "Wachtelberg" liegt 8 km westlich von Potsdam und nur 36 km vom Zentrum der Hauptstadt Berlin. Hier, auf 52° 23' nördlicher Breite, wachsen auf 6,2 ha Reben. Seit 1991 gehört die Lage "Werderaner Wachtelberg" zum nördlichsten Weinanbaugebiet Saale-Unstrut und wurde bei der EU für die Produktion von Qualitätsweinen zugelassen. Es ist somit z.Zt. die nördlichste Einzellage, die für den Anbau von Qualitätswein eines bestimmten Anbaugebietes in Europa registriert ist. Natürlich gibt es weiter nördlich noch Weinbau (Mecklenburg, Dänemark, Schweden usw.) - aber bei den für QbA registrierten Lagen ist hier am Werderaner Wachtelberg Schluss.
Dieser Weinberg wurde 1985 auf Initiative der damaligen Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft "GPG Obstproduktion Werder" auf einer traditionsreichen Weinbergsfläche in einer Größe von 4,8 ha angelegt, obwohl hier seit über 100 Jahren kein erwerbsmäßiger Weinbau mehr betrieben wurde. Dennoch wurden bei der Neuanlage dieses Weinbergs vereinzelt alte verwilderte Weinstöcke gefunden.
Der hier wieder aufgenommene Weinbau soll daran erinnern, daß in vielen Städten und Dörfern der Mark der Weinbau eine große Bedeutung hatte und die Stadt Werder (Havel) sich im Verlaufe mehrerer Jahrhunderte zum Zentrum des märkischen Weinbaus entwickelte. Der Weinbau zählt in Werder (Havel) neben der Fischerei zu den ältesten Gewerben.
Mit der Wiederaufnahme des Weinbaus in Werder (Havel) im Jahre 1985 soll den vielen Streitern und Winzern des märkischen Weinbaus ein Denkmal gesetzt, dem Vergessen entgegengewirkt und die traditionell bei vielen Märkern ehemals vorhandene Liebe zum Wein auf heutige Generationen übertragen werden.
Beim "Werderaner Wachtelberg" handelt es sich um eine Weinbergslage, zwar jenseits der sogenannten 'Polargrenze', bei der es durchaus möglich ist, hochwertige Qualitätsweine zu erzeugen.